Programm ITINERO: Erste Projekte erhalten Förderung
Im Jahr 2025 konnten Unternehmen für Dekarbonisierungsprojekte erstmals Fördergelder im Rahmen des Klima- und Innovationsgesetzes beantragen. Ein Rückblick auf den Start und Blick auf den Stand zeigen: Erste Vorhaben werden bereits gefördert, weitere folgen in den kommenden Monaten.
Mit dem Programm ITINERO fördert der Bund neuartige Technologien und Prozesse, die zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen in Unternehmen oder Branchen führen. Voraussetzung für eine Förderung ist ein Netto-Null-Fahrplan. Fördergesuche können seit 1. Juli 2025 laufend als Direkteingabe oder im Falle thematischer Ausschreibungen gemäss den spezifisch definierten Fristen eingereicht werden.
Erste Projekte aus Chemie- und Transportbranche gefördert
Im Rahmen der Direkteingaben haben bisher folgende Unternehmen einen positiven Förderentscheid erhalten oder stehen kurz davor, einen solchen zu erhalten:
Die kumulierte Fördersumme dieser Direkteingaben beträgt rund 80 Mio. Franken. Weitere Gesuche sind zurzeit in Prüfung.
Förderungen für Carbon-Capture-Storage-Projekt und Branchenprogramm für Ladeinfrastruktur E-LKW
2025 wurden zwei thematische Ausschreibungen durchgeführt. Die Ausschreibung «CO2-Entnahme und Speicherung inkl. Sektorkopplung» erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Für die 1. Stufe (Pre-Proposal) wurden 21 Gesuche eingereicht, wovon 17 für die 2. Stufe (Full-Proposal) eingeladen wurden. Bis zur Frist vom 31. Oktober 2025 gingen drei Full Proposals ein.
Letztlich erhielt mit dem Gesuch der Regionalwerke Baden AG ein Projekt einen positiven Förderentscheid mit einer beantragten Fördersumme von 41.7 Mio. Franken. Als Projektpartner fungieren die BKW AEK Contracting AG und die Linde Gas Schweiz AG. Zudem unterstützen die Airfix Carbon AG und die South Pole AG bei der Projektumsetzung. Das Projekt sieht vor, einen Teil des vom Biomassekraftwerk Otelfingen abgeschiedenen CO2 an einen europäischen Speicherstandort zu transportieren und dort dauerhaft geologisch zu speichern. Dadurch werden schwer vermeidbare Emissionen bei den Projektpartnern ausgeglichen. Der andere Teil soll als klimaneutrales Industriegas verwendet werden und damit fossile CO2-Quellen ersetzen. Die vorgesehene Abscheidetechnologie wird in der Schweiz erstmals eingesetzt.
Die zweite Ausschreibung betrifft die Durchführung eines Branchenprogramms für die Ladeinfrastruktur von E-LKW. Gesucht war eine Programmträgerschaft, die dieses Programm für die Zielgruppe KMU durchführt. Den Zuschlag erhielten der Schweizerische Nutzfahrzeugverband (ASTAG) und das Beratungsunternehmen EBP als gemeinsame Programmträgerschaft. Das Programm ist am 1. Januar 2026 gestartet. Bis Mitte März 2026 wurden 118 Gesuche eingereicht. Der Bund stellt für diese Förderung 20 Mio. Franken zur Verfügung.
Neben der Förderung von Dekarbonisierungsprojekten sichert das Klima- und Innovationsgesetz mit Art. 7 zusätzlich Risiken von Investitionen in öffentliche Infrastrukturbauten ab, die für die Erreichung des Netto-Null-Ziels notwendig sind. Dies bezieht sich insbesondere auf thermische Netze und thermische Langzeitspeicher. 2025 gingen dazu zwei Gesuche ein, für die Förderbeiträge zu je 5 Mio. Franken beantragt worden sind.
Patrick Kutschera, Vizedirektor und Leiter der Abteilung Erneuerbare Energien beim BFE, freut sich über die bisherige Nachfrage: «Das Interesse am Förderprogramm ist geweckt und wir stehen in regem Austausch mit der Industrie für einige weitere erfolgsversprechende und innovative Vorhaben zur Dekarbonisierung.»
Was ist das Förderprogramm ITINERO?
Das Klima- und Innovationsgesetz (KlG) ist seit dem 1. Januar 2025 in Kraft. Für die Umsetzung neuartiger Technologien und Prozesse sowie die Risikoabsicherung öffentlicher Infrastrukturbauten steht ein Verpflichtungskredit von CHF 1.2 Mia. bis 2030 zur Verfügung. Die Umsetzung läuft unter dem Namen «ITINERO» und ist ein gemeinsames Programm des Bundesamts für Umwelt und des Bundesamts für Energie.
Das Programm informiert einmal jährlich im ersten Quartal über den aktuellen Stand der Umsetzung. Die Geschäftsstelle ITINERO ist die erste Anlaufstelle für sämtliche Anliegen im Zusammenhang mit dem Förderprogramm.