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ITINERO kurz erklärt

Soll die Schweiz bis 2050 klimaneutral sein, muss die Wirtschaft ihre Produktion so umstellen, dass sie möglichst keine Treibhausgase mehr ausstösst. Wo dies nicht machbar ist, bieten negative Emissionen eine Lösung. Mit dem Programm ITINERO unterstützt der Bund bis 2030 die notwendigen Investitionen der Unternehmen und sichert Risiken für die öffentliche Infrastruktur ab, welche sich aus der Umstellung ergeben.

ITINERO fördert neuartige Technologien und Prozesse, die zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen führen und die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Dafür stehen unter dem Klima- und Innovationsgesetz, das am 1. Januar 2025 in Kraft trat, bis 2030 insgesamt 1,2 Milliarden Franken zur Verfügung.

Viele Prozesse und Technologien benötigen heute fossile Energie. Klimaneutrale Alternativen sind teilweise erhältlich, aber wenig verbreitet, oder müssen erst noch entwickelt werden. ITINERO möchte «Early-Mover»-Unternehmen unterstützen – also solche, die bereit sind, neue Anwendungen bereits heute einzusetzen und entsprechende Umsetzungsrisiken auf sich zu nehmen. Damit stärkt das Programm den Technologie- und Innovationsstandort Schweiz, und es schafft den Rahmen für eine moderne, klimafreundliche Infrastruktur.

Das Programm ist offen für verschiedene neuartige Technologien und Prozesse zur Verminderung von Treibhausgasemissionen oder zur CO2-Entnahme und -Speicherung. Es fördert unter anderem Projekte in den Bereichen Sektorenkopplung, Energiespeicherung, erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, Carbon Capture and Storage oder Utilization (CCS/CCU) sowie Negativemissionstechnologien (NET). Beispiele möglicher Anwendungsbereiche sind in Anhang A der Richtlinie «Förderung von neuartigen Technologien und Prozessen» aufgeführt.

Unternehmen können Finanzhilfen beantragen, sofern sie über einen sogenannten Netto-Null-Fahrplan verfügen. Dieser darf nicht älter als fünf Jahre sein und zeigt auf, in welchen Schritten und mit welchen Massnahmen das Unternehmen bis 2050 klimaneutral wird. Auch KMU ohne Netto-Null-Fahrplan können von der Förderung profitieren. Dafür müssen sie sich einem Branchenprogramm anschliessen.

Die Finanzhilfe für Investitions- und Betriebsbeiträge beträgt bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kosten. Die Mittel werden vergeben, bis das ITINERO-Programmbudget ausgeschöpft ist.

Mit den Finanzhilfen können zudem Betreiber von öffentlicher Infrastruktur wie Fernwärmenetzen oder thermischen Langzeitspeichern das Risiko absichern lassen, dass die Amortisation ihrer Investitionen durch unvorhersehbare Ereignisse gefährdet ist. Die Absicherung beträgt bis zu 5 Millionen Franken und deckt maximal die Hälfte der entstandenen finanziellen Schäden ab.

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